My Glow Up Lab

Wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, sehe ich keine Erfolge. Ich sehe vor allem Termine. Viele davon. Dazu das Gefühl, ständig beschäftigt zu sein, ohne genau sagen zu können, womit eigentlich. Es war ein Jahr, in dem ich zuverlässig funktioniert habe und dabei ziemlich gut übersehen habe, wie anstrengend das Ganze eigentlich war.Ich war oft müde, regelmäßig angespannt und erstaunlich diszipliniert darin, das als normal zu verbuchen. Es lief ja. Ich habe Dinge erledigt, Verantwortung übernommen und mir dabei eingeredet, dass das genau so gehört. Rückblickend wirkt das weniger beeindruckend als effizient.

Mit etwas Abstand lässt sich dann trotzdem nicht leugnen, dass in diesem Jahr objektiv betrachtet einiges passiert ist. Ich habe meinen Bachelor abgeschlossen, eine Ausbildung zur systemischen Therapeutin begonnen, die Hochzeit meiner Schwester in Griechenland miterlebt und bin auf die Philippinen und nach China gereist. Das klingt nach einem sehr erfüllten Jahr. In der Praxis fühlte es sich eher nach einem gut organisierten Dauerzustand leichter Überforderung an.

Ich war überall dabei, aber innerlich meist schon beim nächsten Punkt auf der Liste. Pausen waren theoretisch eine gute Idee, praktisch aber etwas, das man sich für „nachher“ vornimmt. Dieses Nachher ist, wenig überraschend, nicht besonders oft eingetreten.

Irgendwann bleibt dann eine Erkenntnis übrig, die weder tiefgründig noch besonders inspirierend ist: Das war nicht besonders gut für mich. Ich sollte mich mehr um mich kümmern. Nicht, um effizienter zu werden, nicht, um mich selbst zu optimieren und ganz sicher nicht, um die „beste Version meiner selbst“ zu erreichen. Sondern, damit mein Alltag sich weniger wie eine durchgetaktete Pflichtveranstaltung anfühlt.

Mein Plan für die nächste Zeit ist deshalb bewusst unspektakulär. Ich möchte Dinge erreichen und dabei mitbekommen, dass sie passieren. Ich möchte im Jahr 2026 nicht nur wissen, was ich geschafft habe, sondern mich auch noch erinnern können, wie es war, als es passiert ist. Idealerweise ohne dabei chronisch erschöpft zu sein.

Dieses Glow Up Lab ist aus genau diesem Gedanken entstanden. Nicht als großes Projekt und nicht als Lebenswende, sondern als Versuch, mich selbst etwas zuverlässiger mitzudenken. Für alles, was hilft. Und für die leise Erkenntnis, dass Veränderung manchmal einfach bedeutet, den eigenen Stress nicht mehr für ein Persönlichkeitsmerkmal zu halten.

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