Alle Artikel von Rika Erb

Schwitzen und Nachtschweiß

Schwitzen und Nachtschweiß

Starkes Schwitzen ist ein häufig auftretendes Symptom der Wechseljahre. Der Ausbruch dauert meisten einige Sekunden oder auch Minuten, oft gefolgt von Frösteln. Bei rund einem Drittel der Betroffenen tritt das Schwitzen wie auch Hitzewallungen über einen Zeitraum von fünf Jahren und länger auf, doch bei vielen bessern sich beide Symptome im Verlauf der Wechseljahre wieder.

Was verursacht die Schweißausbrüche?

So wie die Hitzewallungen, entstehet auch der Nachtschweiß im vegetativen Nervensystem – also dem Teil des Nervensystems, den wir nicht bewusst steuern können. Der Östrogenabfall veranlasst den Hypothalamus zu denken, dass euch zu heiß ist. Als Reaktion darauf versucht der Hypothalamus, deinen Körper abzukühlen und tut alles, was er kann –  Blutgefäße und Schweißdrüsen (wie bei hohen Temperaturen auch) werden geöffnet, nur leider fängt man dadurch an zu schwitzen und wird rot. Nachts schwitzten viele so stark, dass sie in kaltem Schweiß gebadet aufwachen. Diese unangenehmen Erscheinungen können dann zu Schafmangel führen und der wirkt sich wiederum auf euren ganzen Tageslauf aus. Hier ein paar Tipps für eine Linderung.

Schlaft mit mehreren Decken

Nehmt mehrere dünne Decken, dann könnt ihr eine weglegen, wenn das Schwitzen anfängt oder auch die feuchte schnell aufhängen und mit der anderen weiterschlafen. So könnt ihr die Zeit des Wachseins reduzieren, denn der Schlafmangel ist das Schlimmste daran. Nutzt am besten Decken die ihr leicht waschen könnt, Daunen sind darum nicht zu empfehlen, schon aus Tierschutz Gründen. Es gibt dünne Seidendecken, die sind toll, aber leider nicht ganz billig.

Ernährt euch Vitaminreich

Durch das Schwitzen verliert der Körper viele Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente. Füllt euren Speicher wieder mit frischem und gesundem Essen auf, also mit Gemüse und Obst.

Reduziert Zucker

Zucker hat einen direkten Einfluss auf unseren Hormonspiegel, insbesondere auf das Insulin. Dies ist wiederum sehr eng mit Östrogen und Testosteron verbunden. Wenn der Hormonspiegel sich umstellt, solltet ihr euren Körper nicht durch zuckerhaltige Nahrungsmittel und raffinierte Kohlenhydrate wie Nudeln und Brot zusätzlich in Anspruch nehmen.

Reduziert euren Alkoholkonsum

Auch unser Alkoholkonsum ist mit den Abläufen im Körper eng verbunden und hängt zum Beispiel mit der Serotoninproduktion zusammen. Für kurze Zeit scheint Alkohol bei Schlaflosigkeit zu helfen, aber am nächsten Morgen sieht es ganz anders aus. Euer Körper hat genug zu tun, daher entlastet ihn, wo ihr könnt.

Stellt euch darauf ein und bleibt positiv

Bereitet vor dem Schlafengehen ein zweites Nachthemd, vielleicht eine schon bezogene Decke und ein Handtuch vor. Dadurch verkürzt ihr die Zeit, die ihr braucht, um wieder einschlafen zu können. Versucht positiv zu bleiben und erinnert euch daran, dass es nicht für immer so weiter geht, sondern auch wieder bessere Zeiten kommen.

Wenn eure Symptome anfangen euer Leben zu beherrschen, geht zu eurer Frauenärztin oder Hausärztin und bittet um Hilfe. Denn es gibt Hilfe!

Hitzewallungen

Immer wenn ich an Hitzewallungen denke, kommen mir die unzähligen Szenen aus Filmen in den Sinn, in denen ältere Damen durch einen Raum sprinten, um die Fenster oder auch den Kühlschrank zu öffnen, während sie sich dramatisch entkleidet und sich verzweifelt Luft zufächern. Bevor ich in die Wechseljahre kam, dachte ich wirklich, dass diese Zeit nur das Ausbleiben der Periode und Hitzewallung bedeutet. Das stimmt ja nun überhaupt nicht, denn die Wechseljahre sind so viel mehr als nur Hitzewallungen, mehr als 30 Symptome, die von Angstzuständen über Gelenkschmerzen  und Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Gewichtszunahme reichen.

Aber was davon stimmt: Hitzewallungen treten sehr häufig auf. Sie zeichnen sich – wie der Name verrät – durch ein intensives Hitzegefühl aus. Es beginnt oft im Gesicht und breitet sich von dort über Kopfhaut, Nacken, Brust und Oberarme in Wellen aus. Zusätzlich kann es zu Hautrötungen, einem schnelleren Puls, höherem Blutdruck und hin und wieder auch zu Schwindel kommen. Man kann die Hitze, die durch den Körper aufsteigt, buchstäblich fühlen und hat diesen bedingten Drang, alles zu tun, um sich Abkühlung zu beschaffen. Also sind die Film-Szenen mit dem Kühlschrank gar nicht so weit hergeholt.

Was verursacht Hitzewallungen?

Auch hier, wie bei nächtlichen Schwitzen – ist der Hypothalamus Schuld. Er ist der Teil des Gehirns, der unter anderem wie ein Thermostat wirkt und die Körpertemperatur reguliert. Der Östrogenabfall täuscht eurem Gehirn vor, dass euer Körper überhitzt ist. Der Körper tut also das, was er immer tut, wenn es euch zu heiß ist: Eure Blutgefäße erweitern sich, um Wärme abzugeben, eure Schweißdrüsen geraten in Überdrehzahl, Rötungen setzten ein und ihr schwitzen stark. Die Dauer und die Häufigkeit, in der Hitzewallungen auftreten, unterscheiden sich sehr. Sie dauern zwischen einigen Sekunden oder wenigen Minuten, können sich aber bis zu 30 mal an einem Tag wiederholen und das auch noch unregelmäßig.

Was kann man dagegen machen? Tipps gegen Hitzewallungen

Einfach mitmachen

Es wird einige Tage geben, an denen man nichts anderes tun kann, als dazusitzen und der Natur ihren Lauf zu lassen. An diesen Tagen, an denen Hitzewallungen am schlimmsten sind, kann man versuchen, nicht zu viel darüber nachzudenken oder sich aufzuregen. Irgendwann wird es vorbeigehen und ihr könnt eure Leben weiterleben und eurem gewohnten Tagesablauf nachgehen. Viele Frauen haben tatsächlich festgestellt, dass der Stress durch das Wissen, dass sie eine Hitzewallung haben könnten, und nicht die eigentliche Hitzewallung selbst ihnen die größte Sorge bereitet. Es hilft auch, Sinn für Humor zu entwickeln, also versucht, den Kopf oben zu halten und ein Lächeln im Gesicht zu behalten.

Achtet auf eure Ernährung

Es mag offensichtlich sein, dass alles, was wir unserem Körper zuführen, diesen in der einen oder anderen Weise beeinflusst. Klar ist, dass scharfe Speisen, gewürzt mit Chili oder Peperoni, Hitzewallungen verschlimmern können. Aber auch viel Zucker bewirkt eine Verstärkung. Konzentriert euch auf Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Antioxidantien, wie Obst und Gemüse, da diese helfen, Entzündungsprozesse im Körper zu kontrollieren, zudem sind diese auch gut für Haut und Haare.

Verzicht auf Koffein, Rauchen und Alkohol

Streicht Koffein, Zigaretten und Alkohol aus eurem Alltag oder versucht, den Genuss stark zu reduzieren. Denn alle Drei verschlimmern eure Symptome nur und machen es euch viel schwerer, den Tag gut gelaunt zu überstehen.

Naturfasern

Tragt am besten Kleidung aus Naturfasern, wie Baumwolle, Wolle oder Seide.  Denn diese Materialien helfen der Haut zu atmen; sie nehmen Feuchtigkeit besser auf und neigen nicht so sehr zur unangenehmen Geruchsbildung wie Synthetik-Fasern. Die Synthetik-Fasern sind wirklich der Feind für die Frau in den Wechseljahren. Ihr müsst ja nicht Jute-Säcke tragen, denn viele tolle Designer verarbeiten am liebsten Naturfasern. Und ihr tut damit der Natur noch etwas Gutes…

Der Zwiebel-Look

Trage mehrere Schichten von dünnen Kleidungsstücken übereinander. Je mehr lockere Schichten ihr tragt, desto einfacher ist es für euch eure Körpertemperatur zu regulieren. So könnt ihr ein wenig die Kontrolle über euren inneren Thermostat zurückerobern und die Kleidung der Körpertemperaturen optimal anpassen. Macht es euch leicht und seid flexibel.

Schicht auf Schicht auch in der Nacht

Deckt euch mit zwei bis drei dünnen Decken zu beim Einschlafen zu, so könnt ihr in der Nacht variieren und die Anzahl der Decken eurer Körperwärme anpassen. Mal mehr mal weniger.

Trinkt genügend Wasser

Die meisten von uns trinken nicht genug Wasser – ich gehöre ganz sicher dazu! Aber zwei Drittel unseres Körpers bestehen nun mal aus Wasser und es ist wichtig dem Körper genügend davon zuzuführen. Für uns Frauen beträgt die empfohlene Zufuhr 1,6 Liter pro Tag; aber je mehr Wasser Ihr trinkt, desto besser seid Ihr gegen Hitzewallungen gewappnet. Gesund ist es auf jeden Fall und der Teint dankt es euch auch!

Kühlende Sprays verwenden

Wenn ihr merkt, dass wieder eine Hitzewallung im Anmarsch ist, ist es gut, ein Kühlspray griffbereit zu haben. Den Toner dann auf Gesicht und Körper sprühen, das erfrischt auf jeden Fall etwas und spendet Feuchtigkeit. Wenn die Möglichleit besteht, bewahrt das Spray im Kühlschrank auf, damit habt ihr eine stärkeren Kühlungseffekt.

Wenn eure Symptome anfangen euer Leben zu beherrschen, geht zu eurer Frauenärztin oder Hausärztin und bittet um Hilfe. Denn es gibt Hilfe!

Symptome der Menopause

don't panic

Als ich anfing zu recherchieren über die Wechseljahre und ihre Auswirkungen, erfuhr ich, dass es über 30 Symptome gibt. Die einen sprechen von 20, die anderen von 36 Symptomen. Ich war und bin immer noch geschockt. Aus Literatur und Filmen kennt man Hitzewallungen und Gewichtszunahme, aus Psychologie-Magazinen Stimmungsschwankungen; aber viele der Symptome hätte ich bis jetzt nie mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht. Aber ich kann euch beruhigen, kaum eine Frau leidet unter allen Symptomen. Oft besteht eine Kombination von Wechseljahrsbeschwerden in unterschiedlichem Ausmaß, darum werden diese leider oft erst spät erkannt.

Vielleicht habt Ihr Probleme mit nächtlichen Schweißausbrüchen, Müdigkeit und Gelenkschmerzen; andere Frauen leiden an Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und trockener Haut oder Konzentrationsschwierigkeiten und einige Glückliche haben überhaupt keine Beschwerden. Die Menopause wirkt sich bei jeder von uns anders aus. Vielleicht es das auch ein GRund dafür, dass das Thema in der Öffentlichkeit so wenig besprochen wird. Oder es liegt an der Scham vor dem Älterwerden. Eines ist sicher, die Wechseljahre sind eine Zeit voller Veränderungen und Herausforderungen. Dabei hilft Offenheit, ein Forum, in dem man sich austauschen kann und natürlich eine extra Portion Mut.

Für einige Beschwerden gibt es einfache Gegenmittel, Tipps und Lösungen, für andere leider nur Erleichterung. Hier findet ihr einen Überblick der wichtigsten Symptome.

Die häufigsten Symptome

Zu den häufigsten Symptomen gehören Hitzewallungen, Schwitzen, Verlust der Libido sowie Scheidentrockenheit und unregelmäßige Periode.

Psychische Symptome

Folgende psychische Symptome können während der Wechseljahre auftreten:

Körperliche Symptome

In der Zeit des Wechsels verändert sich unser Körper stark, dabei kann es unteranderem zu folgenden Beschwerden kommen:

Individuelle Schmerzen

Einige Frauen leiden auch unter verschiedenen Schmerzen, dazu gehören beispielsweise Schmerzen in der Brust, Kopf- und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Verdauungsprobleme, Zahnprobleme, Muskelverspannung sowie juckende Haut.

Einige Symptome sind sehr selten, vielleicht habt ihr davon auch noch nie gehört, aber es kann auch zu Brennen im Mund, spröden Nägeln und Blähungen kommen. Ungewöhnlich aber es kommt vor!

Wenn eure Symptome anfangen euer Leben zu beherrschen, geht zu eurer Frauenärztin oder Hausärztin und bittet um Hilfe. Denn es gibt Hilfe!

Über uns

Alles begann an dem historischen Datum: 02.02.2020. Denn da wurde ich, Henrike Erb, 44 Jahre alt. Als ich diese ganzen Zahlen voller Freude ansah, offenbarte sich mir, dass ich nun wirklich in der Mitte meines Lebens angekommen bin, und dies auch nur, wenn alles gut läuft. Zugleich war mir klar, dass zu einer Veränderung des Lebensgefühls sich auch noch weitere Veränderungen einreihen würde, vor allem die Wechseljahre. Denn die sind mit vierundvierzig Jahre auf einmal gar nicht mehr so weit weg. Nachdem ich alles habe sacken lassen und nach einer nicht ganz kleinen Achterbahnfahrt der Gefühle von „wo ist meine Jungend hin“, über „ich habe ja auch schon viel erlebt“ zu „ ich fühle mich immer noch wie 30“, fing ich an, mich mit dem Thema auseinanderzusetzten. Denn ich war mir bei einer Sache sicher, ich will gut vorbereitet in diesen Lebensabschnitt starten.

So durchsuchte ich das Netz, Literatur und Magazine und war erschrocken über den Mangel an Unterstützung und Verständnis, das den Frauen in dieser Zeit ihres Lebens entgegengebracht wird. Die meisten Webseiten waren von Pharmaunternehmen angelegt, um ihre Produkte an die Frau zu bringen. Gegenüber dem Sortiment „Achtsamkeits-Ratgeber“ fällt das Sortiment über die Wechseljahre verschwindend gering aus, auch wenn es ein paar gute Bücher gibt. Außerdem ist Humor in dieser Kommunikation ein Fremdwort und alles ist in den Farben Lila und Pink gehalten. Bin ich nun in einer lavendelfarbenen, humorlosen Lebensphase angekommen? Bitte nicht!

So konnte es nicht weitergehen, also habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, das Stigma der Wechseljahre zu durchbrechen, laut darüber zu reden ohne falsche Scham und mit Humor. Dafür holte ich mir Rat bei Medizinern, Therapeuten und vor allem bei Frauen, die die Wechseljahre gerade durchleben oder schon hinter sich haben. Ich hoffe, euch hilft diese Reise durch die Mitte des Lebens, von den Wechseljahren bis zur Neuerfindung.

Die Wechsel-Stube.com wurde offiziell im Februar 2021 ins Leben gerufen, als ich genug Daten gesammelt und Texte geschrieben hatte, um einen Anfang dieser Reise euch zu präsentieren. Sie ist gedacht als offene Plattform für Informationen, Ratschlägen und Austausch, damit wir durch eine ehrliche und offene Diskussion über alles, was die Wechseljahre betrifft, kommunizieren, uns gegenseitig stärken und unterstützen. Hier kommt ein fröhlicher und nützlicher Blick auf diese Lebensphase, wobei wir alles von Hormonen, Sex, Beziehungen und geistiger Gesundheit bis hin zu Hitzewallungen ansprechen.

Ich bin noch einen Schritt weitergegangen und habe mich umfassend als Coach und Therapeutin ausbilden lassen. Mein Fokus liegt dabei auf Jugend- und Menopause-Coaching, Themen, die mir besonders am Herzen liegen. Wenn ihr das Bedürfnis habt, euch mit jemandem auszutauschen, der sich intensiv und leidenschaftlich mit diesen Themen auseinandergesetzt hat, dann freue ich mich darauf, für euch da zu sein und euch auf eurem Weg zu begleiten. Hier findet ihr mehr Informationen und meine Kontaktdaten.

Ich hoffe, dass euch diese Website in der turbulenten, nicht immer einfachen, aber auch spannenden Zeit der Wechseljahre hilft! Lasst uns die Zeit der Veränderung feiern.

Die 4 Phasen der Wechseljahre

Prämenopause

Die Wechseljahre beginnen mit der Prämenopause. Diese Phase kann schon mit etwa 35 Jahren anfangen und erste Anzeichen signalisieren, dass sich der Hormonhaushalt langsam verändert. Denn der weibliche Körper beginnt dann weniger Schwangerschaftshormone (v.a. Progesteron) zu bilden, so dass es zu einer sogenannten Östrogendominanz kommen kann. Meistens sind unregelmäßige oder stärkere Monatsblutungen ein Zeichen der beginnenden hormonellen Veränderungen. Die Monatszyklen verändern sich und werden anfangs eher kürzer, später oft länger. Während sich der Hormonhaushalt umstellt, können in den Wechseljahren verschiedene Beschwerden auftreten. In der Prämenopause klagen einige Frauen über erste Symptome, wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Spannungsgefühle in den Brüsten. Weiterlesen

Was sind die Wechseljahre?

wechsel

Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess, den jede Frau irgendwann einmal
durchlaufen wird. Man unterscheidet insgesamt 4 Phasen der Wechseljahre. Die können
sich durch verschiedene Anzeichen und Symptome bemerkbar machen. Einige haben viele
Beschwerden während andere fast nichts spüren. Aber Fakt ist, zwei Drittel der Frauen
leiden unter mäßigen bis starken Wechseljahrs-Symptomen. Dabei sind der Beginn und
die Dauer der einzelnen Phasen individuell sehr verschieden und die Übergänge zwischen
den Phasen fließend. Aus diesem Grund lassen sich die Symptome auch nicht immer leicht
zuzuordnen. Schon gar nicht, wenn man nicht weiß, worauf man achten soll. Weiterlesen

Osteoporose

30% der Frauen in den Wechseljahren leiden unter Osteoporose, wörtlich „porösen Knochen“. Die Knochendichte wird mit dem Alter immer geringer, so weit so normal, aber in der Menopause verlieren viele Frauen diese noch schneller und das führt zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche. Wieder einmal müssen wir uns das Östrogen ansehen, denn es ist sehr wichtig für gesunde Knochen. Bei dem durch die Wechseljahre verursachten Östrogenabfall nimmt die Knochendichte schneller ab, und der Knochenverlust erfolgt schneller als das Knochenwachstum. Dadurch werden die Knochen brüchig und porös, was zu Osteoporose führt.

Kalzium ist gut für die Kochen

Milch und Milchprodukte sind super Kalzium-Lieferanten und helfen, die Knochen wieder zu stärken. Wenn ihr vegan lebt, hilft grünes Blattgemüse wie Grünkohl und Brokkoli. Natürlich gibt es Nahrungsergänzungsmittel die helfen. Aber um Kalzium aufnehmen zu können. braucht der Körper Vitamin D. Über das Sonnenlicht ganz einfach zu bekommen im Sommer, ansonsten kann man nachhelfen mit fettem Fisch, Milchprodukten oder Vitamin-D-Präparaten

Bewegung

Mit Sport trainiert ihr nicht nur Eure Muskeln, sondern tut auch euren Knochen was Gutes. Pilates, Yoga oder Schwimmen sind großartige Übungen für gesunde Knochen.

Kein Alkohol und Nikotin

Denn beides ist schlecht für die Knochen. Eine größere Menge von Alkohol hemmt die Knochenaufbauzellen, hat einen negativen Einfluss auf den Vitamin-D-Stoffwechsel und verstärkt Kalzium-Ausscheidung. Nikotin senkt den Östrogenspiegel, daher besser Finger weg!

Wenn eure Symptome anfangen euer Leben zu beherrschen, geht zu eurer Frauenärztin oder Hausärztin und bittet um Hilfe. Denn es gibt Hilfe!

 

Gewichtszunahme

Leider neigen Frauen in den Wechseljahren stärker zu einer Gewichtszunahme, die liegt im Durchschnitt bei etwa 2,5 Kilo. Und wieder einmal sind die Hormone daran schuld, denn wenn der Östrogenspiegel sinkt, verlangsamt sich unser Stoffwechsel. Wir bemerken oft eine veränderte Fettverteilung, eine Zunahme von Fett in der Bauchregion und um die Taille. Der Östrogenmangel führt auch zu einer verstärkten Fettspeicherung, was die Gewichtsabnahme noch schwieriger macht.

In erster Linie, weil wir weniger körperlich aktiv sind als vorher. Muskeln verkümmern, wenn wir sie nicht benutzen, und Fett kann zunehmen, wenn unsere Energieaufnahme unseren Verbrauch übersteigt.

Es kann auch psychische Gründe haben, dass wir mit dem Älterwerden hadern, Schlafmangel, Streit mit den pubertierenden Kindern oder Scheidung und dann trösten wir uns mit Schoko und Co.

Und dann der Stress! Dabei wird das Hormon Cortisol produziert. Evolutionär war Stress wichtig, da er mit der Flucht- oder Kampfreaktion verbunden ist und uns vor vielen Säbelzahntigern gerettet hat. In der heutigen Zeit haben wir aber zu viel, zu oft und zu lange Stress. Ein hoher Cortisolspiegel führt oft dazu, dass wir an Gewicht zunehmen, besonders um die Taille herum.

Die meisten von uns werden ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten umstellen müssen, wenn sie eine Gewichtszunahme in den Wechseljahren vermeiden wollen und jede, die schon mal Diäten gemacht und abnehmen wollte weiß, wie schwer es ist. Also will ich euch nicht anlügen, leicht wird es nicht und richtig Spaß macht es auch nicht, aber da eine Gewichtszunahme mit vielen anderen Risiken wie Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Diabetes verbunden ist, ist es umso wichtiger, es anzugehen. So kann die Menopause auch ein positiver Motivator sein, der uns hilft, unsere Ernährung langfristig umzustellen, Sport zu treiben, genauer auf uns zu achten und das kommt unserer Gesundheit für den Rest unseres Lebens zugute. Also vielleicht doch nicht so schlecht!

Sport und zwar richtig

Im Durchschnitt bewegen wir uns sehr viel weniger als noch vor 10-20 Jahren, daher müssen wir wieder damit anfangen. Toll ist es natürlich, wenn es sich nicht wie eine Pflicht anfühlt, sondern eher wie eine Belohnung. Daher sucht euch den passenden Sport. Vielleicht fällt es euch in einer Gruppe leichter, dann auf zu einer Mannschaftssportart wie Hockey, Fußball, ja auch Frauen können es spielen, oder Volleyball. Oder ihr seid lieber in der Natur, dann tretet doch einem Wanderverein bei, oder besucht einen Kurs in Schneeschuhwandern.

Am besten steigert ihr die Frequenz und die Dauer langsam und schaut, dass es in euren Alltag passt. Es bringt nichts, eine Woche lang fünf Mal zu trainieren, wenn ihr es nicht durchhalten könnt und die nächste Woche nichts mehr macht, weil ihr frustriert seid.

Mischt verschiedene Sportarten, denn es muss nicht Spinning drei Mal die Woche sein. Vielleicht wollt ihr mit einer Freundin einmal die Woche Tennis spielen, dann steigt die anderen Tage aufs Fahrrad oder geht mehr spazieren, zum Yoga oder Pilates. Denn Hochleistungssportler wollen wir ja doch nicht mehr werden. Aber es soll Spaß machen!

In den Wechseljahren nimmt ja leider die Produktion von Serotonin im Gehirn ab. Dem können wir aber mit Sport entgegenwirken und das verbessert dann wiederum unsere Stimmung.

Mit der richtigen Bewegung können wir das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose verringern, denn es hilft, die Gesundheit des Herzens zu regulieren und die Knochen zu stärken. Also noch ein Pluspunkt für den Sport!

Unser langsamerer Stoffwechsel führt zu einem Verlust von Muskelmasse, das ist wirklich doof, aber wir können ihn mit Kraftsport wieder ankurbeln. Ihr müsst nicht gleich in die Mucki-Bude, denn schon die guten alten Kniebeugen oder Klimmzüge sind bewährte Übungen. Viele davon könnt ihr zu Hause in euren Tagesablauf einbauen, oder ihr arbeitet im Garten, oder macht Pilates.

Weniger essen und dafür gesünder

Leider brauchen wir um die 200 Kalorien weniger pro Tag als noch vor 10 Jahren und die müssen irgendwo eingespart werden. Am besten weniger Zucker, raffinierte Kohlenhydrate und verarbeitete Lebensmittel, auch wenn es schwerfällt, auf das Sahneschnittchen zu verzichten.

Aber zu viel Weißbrot, Kartoffelbrei, Kuchen und Kekse führen zu einem schnellen Blutzuckeranstieg. Dadurch wird die Bauchspeicheldrüse angeregt und schüttet Mengen von Insulin aus, um den Blutzucker wieder in den Griff zu bekommen. Mit unraffinierten Vollwert-Produkten sowie lang wirkenden Kohlenhydraten, die in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten enthalten sind, könnt ihr den Hormonhaushalt ausgleichen und zugleich viele Symptome der Wechseljahre lindern.

Achtet auf das Eiweiß und esst mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte oder vegetarische Alternativen wie Tofu oder Sojabohnen.

Trinkt nicht die Kalorien

Streicht Alkohol, Fruchtsäfte und Limos aus eurem Alltag oder versucht, den Genuss stark zu reduzieren. Denn Alkohol dehydriert nicht nur den Körper und stört den Schlaf, was eure Beschwerden noch verstärkt, sondern es sind zusätzlich leere Kalorien. Ebenso könnt ihr durch den Verzicht von Cola und Co die tägliche Zuckerzufuhr zu reduzieren.

Hin und wieder ein Cheatday

Aber ganz so langweilig soll unser Leben auch nicht sein. Ab und zu sollte man sich auch einen Cheatday gönnen und den dann voll genießen. Ich lege diese Tage oft auf Einladungen, damit ich mir bei einem köstlichen Abendessen keine Gedanken machen muss, was darf essen ich und was nicht. Und ich habe wirklich viele fantastische Köchinnen in meinem Freundeskreis, also manchmal wird es eng…

Realistisches Ziel

Lange Zeit wollte ich wieder so viel wiegen wie mit 17. Nun, da ich erheblich weiser geworden bin, ist mir klar, dass das kein realistisches Ziel ist. Ihr könnt Euch gut an dem Body Mass Index (BMI) orientieren, auch wenn er nicht ganz genau ist, ist er dennoch ein guter Richtwert. Bei dieser Messung wird das Gewicht durch die Körpergröße hoch zwei geteilt und dieses Verhältnis gibt an, ob wir untergewichtig, normalgewichtig oder übergewichtig sind. Es gibt verschiedene Webseiten, auf denen man diesen kostenlos errechnen kann. Und Überraschung, wenn ich so viel wiegen würde wie mit 17, wäre ich untergewichtig…

Wenn eure Symptome anfangen euer Leben zu beherrschen, geht zu eurer Frauenärztin oder Hausärztin und bittet um Hilfe. Denn es gibt Hilfe!